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Wieder Gewalt und tatenlose Polizei bei LGBT-Aktion in St. Petersburg

veröffentlicht um 14.10.2013, 00:08 von Regina Elsner

Am 12. Oktober fand anlässlich des Nationalen Coming-Out Tages eine Aktion für LGBT-REchte auf dem Marsfeld in St. Petersburg statt. Die Aktion war ordnungsgemäß angemeldet worden, allerdings verhinderten frühzeitig aufgelaufene Nationalisten und orthodoxe Fundamentalisten die Aktion. Sie begrüßten die LGBT-Aktivisten mit gesungenen Gebeten und den üblichen aggressiven Losungen, die Schwule und Lesben als krank und pädophil beschimpfen. Im Unterschied zu der letzten Aktion am 6. September tat die Polizei nichts für den Schutz der angemeldeten Aktion - offensichtlich war die Durchführung des Summit und die Anwesenheit von Obama in der Stadt der Hauptgrund, die Aktion damals ordnungsgemäß zu schützen.. LGBT-Aktivisten und Gegendemonstranten standen sich ohne Schutz gegenüber. Auf die Bitten der LGBT-Aktivisten, ihre Aktion zu schützen, reagierte die Polizei nicht. Erst als es zu den ersten gewaltsamen Ausschreitungen kam, griffen die Ordnungshüter ein. Natascha Tsymbalowa, Leiterin der "Allianz Heterosexueller für LGBT-Gleichberechtigung", gelang es, auf den für die Aktion geplanten Bereich des Platzes vorzudringen und dort eine Regenbogenfahne auszurollen. Nach wenigen Sekunden wurde sie von Radikalen angegriffen, die ihr die Flagge entreißen wollten. Die Polizei verwies nur darauf, dass der Rasen nicht zu betreten sei, verhinderte jedoch nicht, dass die Fahne entrissen und Natascha auf den Boden geworfen wurde. Am späteren Abend zeigte die nationalistische Gruppe "Russische Säuberung" im Internet, wie sie versuchten, die Fahne rituell zu verbrennen, allerdings gelang es den Radikalen auch nach 1,5 Stunden nicht, die Fahne in Brand zu setzen.
Als die Aktion schließlich zu eskalieren drohte verhaftete die Polizei wahllos LGBT-Aktivisten und Gegendemonstranten. Knapp 70 Personen wurden in Polizeiwagen auf verschiedene Polizeistationen gefahren, teilweise wurden Anklagen wegen Störung der öffentlichen Ordnung verhängt. Auf dem Marsfeld standen noch einige Zeit später orthodoxe Fundamentalisten und sangen Gebete.




Übersetzung: Quarteera e.V.

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