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Verbot von „Homo-Propaganda“ für Moskau gefordert

veröffentlicht um 09.10.2012, 03:17 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 09.10.2012, 03:21 ]

Orthodoxe Öffentlichkeit fordert das Moskauer Stadtparlament zur Erarbeitung eines Gesetzes auf, welches der Gesetzgebung St. Petersburgs entspricht. Abgeordnete erklären ihre Unterstützung für die Initiative.

 

Quarteera e.V. (09.10.2012): Vertreter der Organisation „Volkskonzil“ haben mit der Sammlung von Unterschriften für eine Petition begonnen, welche die Abgeordneten der Moskauer Stadtregierung auffordert, ein Gesetz gegen die „Propaganda von Homosexualität“ zu erlassen. Gegenüber der Zeitung „Izvestia“ äußerte sich der Vorsitzende des „Volkskonzils“ Oleg Kassin: „Wir müssen dem Petersburger Beispiel und dem weiterer Städte folgen. Mehrere Untersuchungen haben ergeben, dass dieses Gesetz nicht den internationalen Normen widerspricht. Homosexualität ist eine schwere Sünde, genauso wie die entsprechende Propaganda. Wir werden ein Verbot der Propaganda von sexueller Perversion in der Hauptstadt erwirken. Vor allem ist es notwendig, die existierenden Gay-Clubs zu schließen, die unmittelbar daran arbeiten, labile Seelen in die homosexuelle Gemeinschaft zu locken.“

Die Initiative wird unterstützt von Abgeordneten des Parlaments. Der Abgeordnete der Partei „Einiges Russland“ Michail Antonzev erklärte der Zeitung, dass ein solches Gesetz seit langem notwendig wäre, in erster Linie um Minderjährige zu schützen. „Wir sind bereit, mit Vertretern des „Volkskonzils“ die Initiative zu diskutieren und ein entsprechendes Gesetzesprojekt vorzubereiten. Ich persönlich bin bereit, diese Idee zu unterstützen, da es sich um den Schutz der Grenzen unseres Landes handelt. Dieses Gesetz kann zur Einführung neuer Garantien führen, welche unsere Kinder vor unnötigen Informationen schützt,“ so Antonzev.

Der Abgeordnete unterstrich außerdem, dass nach dem Erlass entsprechender Gesetze in mehreren Städten über ein föderales Gesetz nachgedacht werden müsse, welches die Propaganda von „kranken Beziehungen“ verbieten würde.

Eine weitere Abgeordnete, Vera Stepanenko, sieht in einem entsprechenden Gesetz außerdem die Chance, die demographische Situation in Moskau zu verbessern. „Wir haben ein ernst zu nehmendes demographisches Problem, und wir können es uns nicht erlauben, dass durch Propaganda neue junge Männer zum Eintritt in die homosexuelle Kultur gelockt werden. Wir sind uns sicher, dass auch viele Eltern den Schutz ihrer Kinder vor dieser Kultur unterstützen. Ich erinnere mich daran, wie ich in Berlin zufällig auf die traditionelle Gay-Parade stieß, das ist ein äußerst beklemmender Anblick, wenn neben der Parade von Homosexualisten einfache Bürger mit ihren Kindern spazieren gehen müssen.“

Die Forderungen an das Stadtparlament unterstützt auch die Assoziation der Eltern-Vereinigungen. Die Projektkoordinatorin der Assiziation Anna Kislichenko betonte dazu: „Es geht hier nicht um das Verbot von Homosexualität, sondern nur um das Verbot von entsprechender Propaganda, und wir teilen die Meinung des „Volkskonzils“ zu einem Verbot dieser Propaganda in unserer Hauptstadt. Deshalb ist unsere Assoziation, die sich für den Schutz der traditionellen Familie und der Kinder einsetzt, bereits, sich den Organisationen anzuschließen, welche ein entsprechendes Verbot von der Stadt erreichen möchten.“

Der Vorsitzende der synodalen Abteilung für die Zusammenarbeit von Kirche und Gesellschaft der Russischen Orthodoxen Kirche Vsevolod Chaplin erklärte, dass ein solches Gesetz Rechtens wäre, da das Oberste Gericht die Legitimität entsprechender Gesetze bereits bestätigt hat. „Wir haben das absolute Recht, unsere Gesellschaft rein zu halten und unsere Kinder vor jeglicher Art sündigen Verhaltens zu schützen. Mit der Aussage, dass Homosexualität eine zutiefst unnormale Erscheinung ist, ist sowohl die Kirche, als auch die Masse der Bevölkerung einverstanden. Dieses Gesetz gibt es bereits in anderen Städten Russlands, und das Oberste Gericht hat die Legitimität des Gesetzes und die Rechtswirksamkeit seiner Forderungen bestätigt.“

Autor und Initiator des Aufsehen erregenden Gesetzes ist der Petersburger Abgeordnete der Partei „Einiges Russland“ Vitalij Milonov. Das Gesetz wurde am 29. April 2012 in dritter Lesung durch das Stadtparlament erlassen, trotz heftiger Kritik durch internationale Organisationen. Am 08. Oktober wurde bekannt, dass sowohl Milonov, als auch der föderale Ombudsmann für Kinderrechte Pavel Astachov an einer gesetzlichen Regelung arbeiten, welche eine Überprüfung von Mitarbeiter in Schulen und Kindergärten auf „sexuelle Normabweichungen“ vorschreiben soll.

Die Organisation „Volkskonzil“ hatte im letzten Monat in St. Petersburg eine Klage gegen einen Vertreiber von Milchprodukten erhoben, der mit einem Regenbogen Werbung für Milchprodukte macht – der Regenbogen sei das internationale Symbol der LGBT-Gemeinschaft, der Hersteller betreibe demnach Propaganda von Homosexualität.


Original in russischer Sprache:

http://gay.ru/news/rainbow/2012/10/09-24503.htm

http://gay.ru/news/rainbow/2012/10/08-24499.htm

http://izvestia.ru/news/536901

Übersetzung: Quarteera e.V.

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