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Russische Politiker über Homosexualität in Russland: "Nicht akzeptabel"

veröffentlicht um 16.04.2013, 03:32 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 16.04.2013, 03:53 ]

Der Pressesprecher Vladimir Putins, Dimitrij Peskov, erklärte in einem Interview die Meinung Putins zu sexuellen Minderheiten: "Es ist nicht unsere Sache, die Niederlande dafür zu kritisieren, wie sie leben und wie sie sich zu sexuellen Minderheiten verhalten oder nicht verhalten. Aber es ist unsere Aufgabe zu konstatieren, dass diese Erscheinung in unserem Land absolut inakzeptabel ist. Unsere Kultur, Geschichte, unsere Multikonfessionalität und Multinationalität, der Aufbau unserer Gesellschaft widerspricht diesen Erscheinungen. In unserem Verständnis ist das keine Freiheit, in unserem Verständnis ist das eine Erscheinung, die für uns nicht annehmbar ist." Putin selbst hatte in Amsterdam erklärt, dass man "mit dieser Gemeinschaft einen Kompromiss finden und Gespräche führen müsse".

Vladimir Jakunin, Chef der Russischen Eisenbahn und wichtiger Gesellschafts-Ideologe hinter Putin, hat sich im russischen Fernsehen zum Thema Homosexualität geäußert. Er unterstützte die Aussagen Putins in Amsterdam, dass gleichgeschlechtliche Ehen für Russland nicht möglich sind. "Alle sollten zu diesem Thema schweigen. Warum schweigen? Es ist durch die Natur angelegt, wie sich Tiere und Menschen fortpflanzen - als Beziehung zwischen einem männlichen und einem weiblichen Wesen. Etwas anderes gibt es nicht. Man muss klar verstehen, was Bürgerrechte sind. Wenn etwas z.B. durch Stockschläge wegen jedem Verdacht oder Verprügeln bis zum Tod begleitet wird, dann ist das eine Verletzung grundlegender Rechte. Aber wenn es darum geht, dass ein Mensch sich entschieden hat oder aus irgendwelchen Gründen einen bestimmten Lebensstil lebt, dann ist das seine persönliche Sache bis zu dem Moment, wo es nicht in Widerspruch gerät zur gesellschaftlichen Moral und dem gesunden Menschenverstand. In diesem Fall greift ein anderes Gesetz. Zwingt mich nicht dazu etwas anzunehmen oder zu tun, was für mich nicht akzeptabel ist... Das ist dann bereits mein Recht. Wenn wir über diesen Quatsch reden, der mit der Gleichberechtigung von homosexuellen und heterosexuellen Ehen zusammenhängt, dann sprechen wir immer nur von Erwachsenen. Aber wer denkt an die Rechte der zukünftigen Bürger, die noch nicht sprechen können? Wer denkt über ihre Rechte nach? Wer hat das Recht, ihnen diese Form aufzuzwingen? Ich denke, dass das für unsere Gesellschaft eine nicht akzeptable Sache ist."

Nach Meinung von Jakunin kann es nur nationale oder konfessionelle Minderheiten geben, aber keine sexuellen. "Es gibt heute nur ein Verständnis von Minderheit, ich denke das ist falsch."

Zum Besuch Putins in Amsterdam äußerte sich auch Alexander Djatlov, Abgeordneter im Parlament von Archangelsk - einer der ersten Städte, die ein Gesetz zum verbot der sogenannten "Propaganda von Homosexualität" erließen. Er äußerte sich verstört zu der Reaktion auf Putins Besuch von Seiten der holländischen Bevölkerung. "Wir schränken keinerlei Rechte ein, wir bitten nur darum, unsere Kinder von dem Einfluss der LGBT-Organisationen auf ihre noch nicht herausgebildete Psyche zu schützen...
Wir haben nach der Erlass des Gesetzes in unserem Bezirk die anderen Subjekte der Russischen Föderation aufgefordert, analoge Gesetze zu erlassen, bis heute gelten solche Gesetze in 10 Regionen und es ist in erster Lesung von der Duma angenommen. Das Problem gibt es wirklich in vielen Regionen des Landes. LGBT-Organisationen erklären öffentlich, dass sie aus dem Ausland finanziert werden, sie machen Demos vor Kinderbibliotheken und Kindergärten. In unserem Bezirk wurden bereits 5 Protokolle und Gerichtsentscheidungen über Propaganda von Homosexualität unter Minderjährigen erstellt. Wir haben Hunderte Briefe von verschiedenen russischen und ausländischen Menschenrechtsorganisationen bekommen, die uns erklären, dass wir die Rechte der Homosexuellen verletzten. Man wollte uns mit der "Magnitzkij-Liste" erschrecken. Warum schreibt man denn nicht alle 157 Abgeordnete in Paris in die Liste, die gegen das Gesetz über gleichgeschlechtliche Ehen gestimmt haben, und die Tausende, die gegen dieses Gesetz auf die Straße gegangen sind? Die Bewohner unseres Landes wollen nicht, dass Menschen mit nichttraditioneller Orientierung ihre Meinung unseren Kindern aufzwingen. Das muss man als Fakt akzeptieren."

Übersetzung: Quarteera e.V.
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