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Russische Parlamentarier wollen homosexuellen Eltern die Kinder entziehen

veröffentlicht um 08.09.2013, 02:11 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 08.09.2013, 02:13 ]
Zum Beginn der neuen Sitzungsperiode des russischen Parlaments wurde wie erwartet ein weiteres homophobes Gesetzesprojekt auf den Weg gebracht. Der Abgeordnete der Regierungspartei "Einiges Russland" Aleksej Zhuravlev hat einen Entwurf eingebracht, welcher vorsieht "Personen, die sexuellen Kontakt mit gleichgeschlechtlichen Personen haben" die Erziehungsrechte zu entziehen. Es gehe darum, so Zhuravlev, dass Kinder zum eigenen Schutz aus Familien genommen werden sollen, die entweder durch die Homosexualität eines Partners zerbrochen sind oder in denen die Partner ihre Homosexualität nicht verstecken. Die Klärung des "Tatbestands" soll den Untersuchungs- und Gerichtsgremien überlassen werden. Die Gesetzesinitiative steht im Kontext einer Ergänzung zum Familiengesetzbuch, nach der auch Alkoholikern, Drogensüchtigen und Verbrechern die Elternrechte entzogen werden sollen. Juristen und Fachleute halten den Vorschlag für nicht umsetzbar und vermuten, dass ein solches Gesetz nicht angenommen wird. Allerdings hatte die juristische Einschätzung auch die Gesetze zum Verbot der sogenannten "Propaganda von Homosexualität" und gegen die Adoption von russischen Kindern durch gleichgeschlechtliche Eltern im Ausland nicht aufhalten können. Auch die neue Initiative wurde zuerst von Elena Misulina im Rahmen der Diskussion um das Verbot der "Propaganda von Homosexualität" im Juni 2013 vorgeschlagen: es müsste überlegt werden, welche gesetzlichen Grundlagen für einen Entzug von Kindern aus faktischen gleichgeschlechtlichen Familien geschaffen werden müssen, sagte sie damals.

Übersetzung: Quarteera e.V.


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