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Russisch-Orthodoxe Kirche wettert gegen Ehe-Gleichstellung in Westeuropa

veröffentlicht um 28.07.2013, 05:57 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 28.07.2013, 05:57 ]
In mehreren offiziellen Reden haben sich Führer der Russischen Orthodoxen Kirche gegen Homosexualität und die Bestrebungen für rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung homosexueller Paare in westeuropäischen Ländern ausgesprochen. 

Patriarch Kirill (Gundjaev) sprach in seiner Predigt am 21. Juli in der Kazaner Kathedrale in Moskau davon, dass "in einigen Ländern die Sünde gesetzlich bestätigt und gerechtfertigt wird, während diejenigen, die ihrem Gewissen folgend mit den Gesetzen einer Minderheit kämpfen, von Repressionen bedroht werden." Er bezeichnete diese Tendenzen als "apokalyptisches Symptom" und ruft dazu auf "alles zu tun, damit in den Weiten der Heiligen Rus' die Sünde niemals durch staatliche Gesetze bestätigt wird, denn das heißt, dass ein Volk sich auf den Weg der Selbstvernichtung begibt."

Wenige Tage später äußerte sich Metropolit Hilarion (Alfeev), Vorsitzender des kirchlichen Außenamtes, vor deutschen Journalisten des "Petersburger Dialogs" ausführlich zu den von westlichen Kirchen unterstützten gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. 
"Wenn wir über die Situation in Europa sprechen, dann beunruhigt uns sehr die Absage einer ganzen Reihe von Ländern an die Normen der christlichen Moral. Bei all unserer Hochachtung für die Idee des Pluralismus sind wir überzeugt, dass die Aufzwingung antichristlicher Normen nicht eingeschlossen sind vom Pluralismus-Verständnis. (...) Pluralismus heißt nicht, dass diese oder jene Normen den Menschen aufgezwungen werden können. Aber das, was in einigen westlichen Ländern heute passiert, ist eben dieses Aufzwingen einer Ideologie, die im Kern dem Christentum widerspricht. So z.B. die Gesetze über die Anerkennung gleichgeschlechtliche Partnerschaften (...) Es geht ja nicht nur darum, dass man den Menschen das Zusammenleben erlaubt, mit wem sie wollen, sondern darum, diese Partnerschaften der Ehe gleichzustellen. (...) Wir sind als christliche Kirche gegen dieses Vertauschen von Begriffen, und wir sind sicher, dass ein solches Vorgehen nicht nur die Familie zerstört, sondern im Kern Europa als Kontinent zerstört, dessen Völker aufgerufen sind, nach den Geboten Gottes sich zu befruchten und zu vermehren. (...)
Die demographische Krise, die die meisten Länder Europas erfasst hat, ist direkt verknüpft mit diesen Maßnahmen zur Zerstörung der traditionellen Familienwerte (...) In dem, was die soziale und moralische Thematik betrifft, treten wir mit der katholischen Kirche in einheitlicher Front auf, was man leider nicht von den protestantischen Gemeinschaften sagen kann.
(...) Einige protestantische Kirchen in Europa und anderen Ländern sind auf dem Weg einer Revision der christlichen moralischen Normen, zugunsten der gegenwärtigen säkularen Standards. Es gibt bereits solche "Kirchen", wo gleichgeschlechtliche Verbindungen gesegnet werden, wo praktizierende Homosexuelle Bischöfe werden. Wir brechen mit solchen "Kirchen" den Kontakt ab, weil wir die Fortsetzung des Dialoges mit solchen Gemeinschaften für sinnlos und sogar schädlich halten. Und wir denken, dass keinerlei politische Korrektheit, keine Mode und keine anderen Standards das zum Schwanken bringen sollten, was im Christentum fundamental ist, die Theologie und die Moral.
(...) Wir sagen unseren Dialog-Partnern immer, dass der Dialog auf bestimmten gemeinsamen Grundlagen stattfindet, und dass es Grenzen der Toleranz gibt, die wir nicht überschreiten können. Wenn z.B. die eine oder andere protestantische Kirche der Zivilgesellschaft irgendeines westlichen Landes folgt und die Vorstellung akzeptiert, dass die Ehe kein Bund zwischen Mann und Frau, sondern zwischen zwei Personen beliebigen Geschlechts ist und dafür kirchliche Segnungen einführt, dann können wir mit einer solchen Kirche keinen Dialog führen, weil wir das nicht nur als theologischen Unterschied, sondern als Verrat am Christentum verstehen. 
(...) Unsere Kirche tritt kategorisch gegen eine solche Vertauschung von Verständnissen ein, weil wir denken, dass dies zur Zerstörung des Instituts der Familie führt, zur demographischen Krise und, letztendlich, zum Aussterben der europäischen Völker. Wir halten diese Politik für verbrecherisch und selbstmörderisch, und wir sprechen das offen an."

Übersetzung: Quarteera e.V.
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