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Reykjavik plant Ende der Städtepartnerschaft mit Moskau

veröffentlicht um 21.07.2013, 22:09 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 21.07.2013, 22:14 ]
Der Bürgermeister von Reykjavik, Jón Gnarr erklärte, dass er die Auflösung der Städtepartnerschaft zwischen Moskau und der isländischen Hauptstadt erreichen möchte. Die Partnerschaft wurde erst 2007 begonnen, der Bürgermeister folgt mit seiner Initiative der Stimmung in der Bevölkerung. Es mache wenig Sinn, vor dem Hintergrund der Situation von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen so zu tun, als sei zwischen den beiden Städten alles in bester Ordnung, so der Bürgermeister.
Reykjavik und Island sind seit langem bekannt für die tolerante Atmosphäre, unter anderem im Verhältnis zu LGBT. Jón Gnarr selbst hat bereits mehrfach klar Stellung genommen zu den politischen Entwicklungen in Russland, unter anderem setzte er sich für die verhafteten Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot ein und kritisierte die Rolle der Orthodoxen Kirche bei der Einschränkung von LGBT-Rechten.
Nach der Annahme der homophoben Gesetze in St. Petersburg 2011 und landesweit im Juli 2013 haben bereits mehrere Städte ihre Partnerschaften zu russischen Städten überdacht, so die italienischen Städte Venedig, Mailand und Turin. In Deutschland nehmen die Aufrufe zu, die Partnerschaften zwischen Berlin und Moskau und zwischen Köln und Wolgograd aufzulösen - in Berlin fordert eine Petition die Auflösung des Partnerschaftsvertrags. 
Seit April 2013 führen Quarteera e.V. und der LSVD die Aktion "Freundschaftskuss" durch, in deren Rahmen deutsche Städte aufgefordert werden, ihre Städtepartnerschaften mit russischen Städten für einen intensiven Dialog zu LGBT-Rechten auf allen Ebenen zu nutzen. Quarteera e.V. hat sich mehrfach für eine zielgerichtete Nutzung der Partnerschaften als Alternative zu einem Boykott ausgesprochen, um so die lokalen LGBT-Gruppen aktiv zu unterstützen und intensiv den Dialog zu suchen.

Übersetzung: Quarteera e.V.
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