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Mailand stoppt Städtepartnerschaft mit St. Petersburg wegen homophobem Gesetz

veröffentlicht um 28.11.2012, 01:26 von Regina Elsner   [ aktualisiert 28.11.2012, 02:20 von W K ]
Mailand stoppt die partnerschaftlichen Kontakte mit St. Petersburg bis zu dem Moment, wenn die frühere Zaren-Hauptstadt das am 29. Februar diesen Jahres erlassene Gesetz gegen "homosexuelle Propaganda" nicht aufhebt. Das ist einer am 23. November erlassenen Entscheidung des Stadtrates Mailands zu entnehmen.


Der Entwurf dieser Entscheidung wurde durch den Abgeordneten der Radikalen Marco Cappato eingebracht und von den meisten Anwesenden unterstützt. Dagegen stimmten die Abgeordneten der rechten Regionalisten ("Liga Nord"), die Abgeordneten der "Bewegung 5 Sterne" des bekannten Komikers und Bloggers Berre Grillo enthielten sich. Die Abgeordneten der Partei "Volk der Freiheit" von Silvio Berlusconi verließen den Saal vor der Abstimmung als Ausdruck ihres Protests gegen das Verfahren.
Aufgrund dieser Entscheidung werden ab sofort weder die Bürgermeister der Stadt, noch der Regionalrat, noch sonstige offizielle Einrichtungen an irgendwelchen Veranstaltungen im Rahmen der Städtepartnerschaft teilnehmen. Die Städtepartnerschaft gilt seit 1967. Die Unterbrechung in der Partnerschaft soll andauern bis zu einer Annullierung des Gesetzes, das die Verbreitung von Informationen über Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender verbietet.
Yuri Guaiana, ein Vertreter der Assoziation von Radikalen "Certi Diritti", die sich für die Rechte von LGBT einsetzen, erklärte, dass Mailand mit dieser Abstimmung "die unzweideutige Unterstützung von Menschenrechten und fundamentalen Freiheiten zum Ausdruck gebracht hat und dadurch Treue zu seiner antifaschistischen, demokratischen und liberalen Tradition demonstriert hat."
In der Presseerklärung von "Certi Diritti" wird die Erwartung erklärt, dass analoge Initiativen auch in Venedig (Städtepartnerschaft seit 2006) und Turin, wo eine Städtepartnerschaft erst vor wenigen Wochen abgeschlossen wurde, folgen werden.


Bild: wikimedia.org

Übersetzung: Quarteera e.V.
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