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Litauen: 62% gegen "Parade für Gleichberechtigung"

veröffentlicht um 05.03.2013, 06:49 von Regina Elsner
62% der Einwohner Litauens haben sich gegen die für diesen Sommer geplante "Parade für Gleichberechtigung" in der Hauptstadt Vilnius ausgesprochen. Nach einer Umfrage haben 71% der Bewohner noch nie Homosexuelle gesehen. Nach Aussage der Direktorin des Litauischen Zentrums für Menschenrechte Birute Sabatauskaite ist genau das ein Grund für die Durchführung der Parade. Sie ist sich sicher, dass Homosexuelle in Litauen nach wie vor Angst haben, sich zu ihrer Homosexualität vor Verwandten, Freunden und Kollegen zu bekennen.

Die Parade von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen ist für den 27. Juli geplant. Die Stadtregierung von Vilnius hat die Parade genehmigt, allerdings eine andere Route eingefordert. Dagegen haben die Organisatoren Klage eingereicht. Eine erste Parade hat in Vilnius 2010 stattgefunden.
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass vor allem Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren die Parade unterstützen, Gegner sind vor allem Männer über 45 Jahre mit geringem Einkommen und geringen Bildungsniveau. Nur 10% der Befragten sind der Meinung, dass eine solche Parade im Jahr des Europarat-Vorsitzes Litauens zum richtigen Zeitpunkt stattfindet, knapp 56% halten diesen Zeitpunkt für falsch. Nur 10% gaben an, dass sie persönlich mit homosexuellen Menschen bekannt sind.
"Die Ergebnisse überraschen nicht. Die Gesellschaft lehnt oft das ab, was sie nicht kennt. Darüber hinaus sprechen sich viele Politiker, welche die öffentliche Meinung beeinflussen können, gegen die Parade aus, es gibt sehr wenige, die der Meinung sind, dass eine solche Parade etwas ganz Normales in einer demokratischen Gesellschaft sei." - so Birute Sabatauskaite. Sie erinnerte außerdem an die Entscheidung des Menschenrechts-Gerichtshofs, nach dem "das Recht auf Versammlungsfreiheit auch das Recht umfasst, friedliche Versammlungen durchzuführen, die Menschen verärgern oder beleidigen können, wenn diese die Ideen oder Forderungen nicht gutheißen. Die Teilnehmer der Versammlung müssen die Möglichkeit haben, ihre Versammlung ohne Angst und physische Gewalt durch die Gegner abhalten zu können."


Quelle: http://www.news.gayby.net/news/2013-03-04-7173
Übersetzung: Quarteera e.V.
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