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VI. Konferenz des Russischen LGBT-Netzwerks

veröffentlicht um 06.11.2013, 14:44 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 06.11.2013, 14:54 ]
Vom 2. bis 4. November fand die jährliche Konferenz des Russischen LGBT-Netzwerks statt. Die Konferenz fand zum sechsten Mal statt und ist das größte LGBT-Forum in Russland, bei dem sich Menschen treffen, die im Bereich der Menschenrechte und LGBT-Rechte engagiert sind.



Die Konferenz ist traditionell eine Pattform für LGBT-Aktivisten aus verschiedenen Regionen Russlands, ein Forum für Erfahrungsaustausch zu theoretischen und praktischen Fragen der LGBT-Rechte. Darüber hinaus gab es verschiedene Informations- und Fortbildungs-Angebote zum Eventmanagement, Fundraising, Advocacy, Informationssicherheit und anderen Themen. 

Themen einzelner Sektionen waren: Burn-Out-Prävention bei Aktivisten, Monitoring zu Diskriminierung und Verbrechen gegen LGBT, Nutzung der sozialen Netzwerke für Menschenrechtsarbeit, Aquirierung von Freiwilligen, Outreach-Programme als Methode der Arbeit mit geschlossenen/versteckten Zielgruppen, LGBT-Sport als Mittel des Kampfes für LGBT-Rechte, Monitoring und Bewertung der Arbeit von LGBT-Organisationen und Initiativgruppen, Organisation juristischer und psychologischer Dienste und weitere. Außerdem fand eine Einführung zur "Internationalen Schule für Menschenrechte und zivilem Handeln" statt.

Besonders bedeutend für die sechste Konferenz war die Tatsache, dass sie endgültig keine geschlossene Veranstaltung des Russischen LGBT-Netzwerks mehr ist, sondern ein Forum, an dem sowohl Aktivisten als auch Vertreter unterschiedlicher LGBT-Organisationen und Initiativen teilnehmen können, unabhängig von ihrer Mitgliedschaft im LGBT-Netzwerk.



Allerdings war die Konferenz auch der Rahmen für den Jahresbericht des LGBT-Netzwerks. Trotz des wachsenden Drucks durch die Regierung und neonationalistische Gruppierungen konnte die Präsenz in den Regionen aufrecht erhalten bleiben. In Moskau entstand eine neue Filiale des Netzwerks. Im nächsten Jahr stehen strukturelle Reformen an, die besprochen wurden.
Die Teilnehmenden der Konferenz verabschiedeten außerdem ein Statement zu dem gewaltsamen Übergriff auf das Community-Zentrum "LaSky", in dem sie den Angriff verurteilen, den Opfern ihre Solidarität aussprechen und von den staatlichen Stellen eine konsequente Untersuchung und Verfolgung der Täter sowie eine Einstufung des Verbrechens als Hassverbrechen gegen seine solziale Gruppe einzuordnen.
Obwohl im vergangenen Jahr der Druck auf den Menschenrechtssektor gewachsen ist, war die Konferenz ein Beweis für die Stärke und Entwicklung der LGBT-Bewegung. Für alle Teilnehmenden ist die Konferenz eine ermutigende Erfahrung und die Möglichkeit, die Strategien für die Zukunft zu besprechen.
Die Konferenz wurde von der OaK Foundation und Frontline Defenders finanziell unterstützt.

Übersetzung: Quarteera e.V.
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