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Geplante Gay-Parade in Syktyvkar verboten

veröffentlicht um 27.03.2013, 04:47 von Regina Elsner
Die Stadtverwaltung von Syktyvkar hat am 26. März die für den 31. März geplante und zuvor genehmigte Gay-Parade verboten. Die Stadtverwaltung reagiere mit dem Verbot auf die "zahlreichen Anfragen von Bürgern, gesellschaftlichen und religiösen Organisationen der Stadt." Der russischßorthodoxe Bischof der Stadt Pitirim teilte mit: "Unsere Position basiert auf der Heiligen Schrift, die keine homosexuellen Beziehungen zulässt, und auf den "Grundlagen der Soziallehre der ROK", welche traditionelle Familienwerte vertritt. Eine Gay-Parade - das ist der Ort für die Propagandierung von gleichgeschlechtlichen Ehen. Uns verletzt es tief, dass eine solche unmoralische Aktion während der Fastenzeit stattfinden soll, die jeden Christen dazu aufruft, sich geistlich zu vervollkommnen und körperlich zu enthalten."
Neben der Orthodoxen Kirche protestierten auch die Baptisten. Sie wiesen darauf hin, dass sich in dem Park, der für die Parade vorgesehen war, eine Kirche, Kinderspielplätze und Unterhaltungseinrichtungen, eine Eisbahn und eine Kunstschule befinden und die Durchführung einer Gay-Parade "dem gesunden Menschenverstand widerspräche."
Vor zwei Tagen wurde einer der Organisatoren der Parade, Artem Kalinin, auf der Straße von Nationalisten verprügelt, nachdem diese ihm nach einem Fernsehinterview aufgelauert hatten. Kalinin schrieb nach dem Überfall in einem sozialen Netzwerk: "Die Gay-Parade wird stattfinden! Nach diesem traurigen Ereignis nehme ich die Veratwortung auf mich persönlich. Und ihr, Freunde, entscheidet selbst, aber dem Faschismus darf man nicht nachgeben."
Nach Angaben von Interfax bereitet die Stadtverwaltung nun ein Gesetz vor, welches jegliche öffentliche Aktionen von LGBT-Aktivisten verbieten soll. 

Übersetzung: Quarteera e.V.
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