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"Erstochen und verbrannt, weil er schwul war" - Mord auf Kamtschatka

veröffentlicht um 06.06.2013, 04:56 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 06.06.2013, 04:58 ]
Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka wurde der 39-jährige stellvertretende Direktor des lokalen Flughafens grausam ermordet, weil er schwul war. In der Nacht vom 29. Mai wurde der Mann von drei Männern mehrfach mit Messern verletzt und verprügelt. Er starb bereits aufgrund dieser Verletzungen. Um die Tat zu verstecken zündeten die Männer ihr Opfer in einem Auto an. Alle drei Täter wurden verhaftet.
Seit Beginn des Jahres ist dies der siebente bekannt gewordene Mord aufgrund der sexuellen Orientierung des Opfers. Die meisten dieser Morde werden als Einzelfälle und Alltagskriminalität strafrechtlich verfolgt, Homophobie wird meistens nur durch die Presse als Mordmotiv angenommen.

Seit der verstärkten Diskussion um das Verbot der sogenannten "Homo-Propaganda" haben die Nachrichten über Gewaltverbrechen und Selbstmord aufgrund von sexueller Orientierung deutlich zugenommen - ebenso wie die offenen Bekenntnisse der Täter zu ihren homophoben Motiven. Es wächst außerdem die Zahl von und Aufmerksamkeit für Mobbing und Drohungen in den sozialen Netzwerken. So wurde vor kurzem bekannt, dass in einer Gruppe im populären sozialen Netz "vkontakte" dazu aufgerufen wird, unbeliebte Lehrer/innen in Verruf zu bringen, indem man ihnen homosexuelle und/oder pädophile Annäherungsversuche unterstellt - "wenn das föderale Gesetz in Kraft ist, werden sie sofort gekündigt und ihr seid sie los." LGBT-Aktivist/innen verfolgen homophobe Debatten in den Kommentaren, um auch so Gewaltverbrechen vorbeugen zu können.

Übersetzung: Quarteera e.V.

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