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Erklärung von "Coming Out" zu dem Übergriff auf das "Regenbogen-Cafe" der Organisation "LaSky"

veröffentlicht um 06.11.2013, 04:29 von Regina Elsner
Am Abend des 4. November, einen Tag nach dem "Marsch gegen den Hass" und am Vorabend des "Tags der Volkseinheit", überfielen zwei Unbekannte die Teilnehmer des "Regenbogen-Cafes" - ein wöchentliches LGBT-Treffen in den Räumen der Organisation LaSky. Das Verbrechen war geplant: die Gesichter der Angreifer waren durch Masken geschützt, sie hatten eine Druckluftpistole und einen Baseball-Schläger dabei. Zwei Personen wurdne verletzt: Dmitrij Tschizhewskij wurde mit einer Augenverletzung ins Krankenhaus eingeliefert, Anna Prutzkova erhielt Prellungen am Rücken. In dem Community-Zentrum befanden sich zu dem Zeitpunkt ca. 30 Personen.

Dieses Verbrechen, wie auch viele vorherige Angriffe auf LGBT (unter anderem mit Waffen), wurde aufgrund von Hass gegenüber sexuellen Minderheiten durchgeführt. Das Gericht qualifiziert solche Aggressionsakte jedoch als "Rowdytum", wenn das Opfer die Angreifer kannte, so handelt es sich um ein "Alltagsverbrechen" aufgrund von persönlichen Konflikten.

Nein! Das ist nicht einfach "Rowdytum", es sind ideologisch motivierte Aktionen der Einschüchterung, die gegen die gesamte LGBT-Gemeinschaft gerichtet sind. Sie geschehen heute unter Duldung durch die Regierung, teilweise mit ihrer Zustimmung: nicht ein einziger Politiker in Russland, der LGBT beleidigt und bedroht hat, wurde dem Anfachen von homophobem Hass für schuldig erklärt. Wie viele Menschen müssen noch leiden, ehe die Regierung die gesellschaftliche Gefahr von Homophobie anerkennt?

Der Überfall war ein Verbrechen, dessen Ziel die Einschüchterung von LGBT war, um sie zu einer Absage an ihre Menschenrechtsarbeit und den Kampf für ihre Rechte zu bewegen. Wir werden darum kämpfen, dass die Hassmotive der Verbrecher anerkannt werden und wir werden unsere Unterstützung für LGBT in St. Petersburg fortsetzen mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen. Wenn sie oder ihre Freunde Opfer von Homophobie wurden, wenn sie sich bedrückt und einsam fühlen - schreiben sie, rufen sie an und kommen sie zu unseren Juristen und Psychologen.

Übersetzung: Quarteera e.V.
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