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Das neue russische Konzept der Familienpolitik schließt die Adoption durch Homosexuelle völlig aus

veröffentlicht um 14.06.2013, 04:45 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 14.06.2013, 04:49 ]

Das russische Parlament bereitet einige Gesetzentwürfe vor, die die Adoption durch Homosexuelle komplett ausschließen sollen, und stellt alle allein stehende Personen mit Adoptionswunsch unter Verdacht homosexuell zu sein. Die neuen Adoptionsverbote sind ein Teil des neuen Konzepts der russischen Familienpolitik, das am 13. Juni 2013 während einer Pressekonferenz der Vorsitzenden des Duma-Ausschusses für Angelegenheiten von Familien, Frauen und Kindern Jelena Misulina vorgestellt wurde. 

Das Konzept der neuen Familienpolitik Russlands wird seit 2008 erarbeitet und sollte 2014 von der russischen Regierung genehmigt werden. Zugrunde der neuen Familienpolitik wird die Ideologie der „traditionellen Familienwerte“ gelegt, die aus folgenden Bausteinen besteht:

  • Bund von einem Mann und einer Frau
  • Eheschließung
  • Gemeinsame Erziehung mehrerer Kinder von beiden Eltern
  • Priorität der Autorität der Elternmacht statt Kinderrechte
  • Liebe zu Kindern und Verzicht auf Abtreibungen als ein Zeichen dieser Liebe

Darüber hinaus sieht dieses Konzept die Einführung einer Scheidungssteuer und die Erhöhung der Autorität der Kirche und ihr Einfluss auf das Leben einer Familie und auf die gesamte Familienpolitik Russlands vor.

Ein großer Teil der Konferenz widmete sich der Frage der gleichgeschlechtlichen Ehe und der Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare. Das geplante Konzept sieht nicht vor, eine gleichgeschlechtliche Ehe einzuführen oder den homosexuellen Paaren zu erlauben, Kinder gemeinsam zu adoptieren. Eine explizierte Einführung eines Satzes ins Bürgergesetzbuch, der gleichgeschlechtliche Ehen verbietet, wird auch diskutiert und nicht ausgeschlossen.

Jelena Misulina gibt zu, dass es auch in Russland trotz der fehlenden staatlichen Akzeptanz der gleichgeschlechtlichen Ehen einige in eheähnlicher Beziehung lebenden gleichgeschlechtlichen Paare gibt. Zukünftig sollte es auch vermieden werden, dass ein Kind in eine solche Familie gerät, weil heute eine in gleichgeschlechtlicher Beziehung lebende Person als allein stehende Person ein Kind adoptieren darf. Außerdem sollte es dem Staat rechtlich ermöglicht werden, adoptierte Kinder aus den gleichgeschlechtlichen Familien zurückzunehmen, so Misulina.

Schon am 18. Juni 2013 findet in der Staatsduma die zweite Lesung eines Gesetzes statt, das eine gemeinsame Adoption durch gleichgeschlechtliche Ehepaare verbietet. Außerdem soll auch die Einzeladoption für Ausländer, staatslose Personen und im Ausland lebende russische Bürger in den die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführten Ländern verboten werden.

Quellen: http://izvestia.ru/news/551811

http://www.pravmir.ru/rozhdenie-rebenka-ne-dolzhno-obrekat-semyu-na-bednost-elena-mizulina-o-faktax-i-mifax-koncepcii-semejnoj-politiki-rf/

Übersetzung: Quarteera e.V.

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