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"Coming Out" schickt alternativen Bericht über Kinderrechte an UNO

veröffentlicht um 20.03.2013, 03:51 von Regina Elsner
Am 20. März hat die St. Petersburger LGBT-Organisation "Coming Out" einen alternativen Bericht über die Situation von LGBT-Kindern und Kindern in LGBT-Familien an das UNO-Komitee für Kinderrechte geschickt. Der Bericht dient als zusätzliche Informationsquelle bei der Diskussion der Beachtung der UNO-Kinderrechtskonvention in Russland. Die russischen Menschenrechtler weisen in ihrem Bericht auf zwei zentrale Probleme hin: die Verletzung der Rechte von schwulen, lesbischen, bi- und transsexuellen Minderjährigen durch das Gesetz zum Verbot der sogenannten "Propaganda von Homosexualität" und das Fehlen einer rechtlichen Anerkennung von LGBT-Familien mit Kindern, wodurch zahlreiche Probleme für die Familien im alltäglichen Leben verursacht werden.
"Wir haben große Hoffnungen auf die Arbeit des UNO-Komitees für Kinderrecht im Bezug auf die Russische Föderation," sagt die Koordinatorin des Rechtshilfe-Programms von "Coming Out" und Autorin des alternativen Berichts Ksenia Kirichenko. "2002 hat genau dieses Komitee auf die Rechtsverletzungen und Diskriminierung von LGBT-Jugendlichen unter dem damals in Großbritannien wirkenden Gesetz hingewiesen, welches lokalen Autoritäten die "Förderung von Homosexualität" in öffentlichen Schulen verboten hatte. Die Empfehlungen des Komitees wurden zügig umgesetzt und das Gesetz annulliert."
In dem Bericht werden Lebensgeschichten konkreter LGBT-Familien erzählt, in denen Kinder großgezogen werden. Unter den Problemen, mit denen diese Familien konfrontiert sind, befinden sich Unverständnis und Ablehnung durch Verwandte, Drohungen und Erpressung durch frühere Lebenspartner, fehlende Möglichkeit für den nicht-juristischen Elternteil eine Krankschreibung bei Krankheit des Kindes zu bekommen oder staatliche Unterstützung bei Kinderreichtum zu bekommen, auch wenn die Kinder von unterschiedlichen Frauen geboren wurden. Viele Probleme entstehen durch die Verbote für nicht-juristischen Elternteile, Kinder im Krankenhaus zu besuchen oder medizinische Auskunft über das Kind zu erhalten. "Vor zwei Jahren war unser Sohn im Infektionskrankenhaus, er war da mit mir, dem zweiten faktischen Elternteil wurde es nicht erlaubt uns zu besuchen, sie konnte nur Sachen vorbei bringen und im Eingangsbereich zurückstellen, aber hoch kommen oder gar mich ablösen konnte sie nicht," erzählt z.B. Anna, Mutter eines siebenjährigen Sohns.
Der alternative Bericht wird durch das Komitee im Juni 2013 und Januar 2014 bearbeitet. Danach erhält die russische Regierung Empfehlungen zur Lösung der genannten Probleme und zur besseren Umsetzung der Kinderrechte in Russland.
Der alternative Bericht kann auf Englisch auf der Homepage von "Coming_Out" eingesehen werden.
 

Übersetzung: Quarteera e.V.

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