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Belarus: Willkürliche Überprüfung von LGBT-Partys

veröffentlicht um 18.01.2013, 03:02 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 18.01.2013, 03:44 ]
Am 11. und 12. Januar 2013 wurden zwei LGBT-Partys grob und ohne weitere Erklärung durch die belarussische Polizei überprüft. In Minsk und in Vitebsk stürmte die Polizei die Clubs, in denen die Party stattfand, und notierten von allen Anwesenden persönliche Angaben. In Vitebsk kam es zu verbalen Übergriffen von Seiten der Polizei, berichteten die Organisatoren der Party. Sergej Androsenko, Vorsitzender des Projekts "Gay-Belarus", gab außerdem an, dass bei beiden Aktionen der Grund für die Überprüfung nicht erklärt wurde: "Auf Nachfrage erhielten die Besucher unterschiedliche Antworten, angeblich suchte die Polizei einen Verbrecher, dann wieder Drogen oder Wehrdienstverweigerer." "Es ist merkwürdig," so Androsenko, "dass man sich plötzlich so für die LGBT-Aktionen interessiert. Wenn sich das fortsetzt, so kann man von der sowjetischen Sitte, Listen von Homosexuellen zu führen, sprechen. Vielleicht gefällt der Regierung unsere Aktivität in letzter Zeit nicht, und sie wollen uns verschrecken. Wir führen verschiedene Veranstaltungen durch, Diskussionen, Versammlungen, wir sprechen über unsere Rechte und mögliche Aktionen. Aber diese Partys waren reine Unterhaltungsveranstaltungen. Wir wollten die Möglichkeit geben, sich zu erholen, was für Homosexuelle hier und besonders in der Provinz nicht immer möglich ist." Die Veranstalter bereiten eine Beschwerde bei den lokalen Verantwortlichen vor, die sich vor allem auf den groben Umgang der Polizei mit den Party-Besuchern sowie die fehlende Begründung der Überprüfung bezieht.

Übersetung: Quarteera e.V.
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