BLOG‎ > ‎

Aktion Freundschaftskuss startet in Hessen

veröffentlicht um 13.04.2013, 07:54 von Regina Elsner
Pressmitteilung LSVD Hessen:

Beziehungen mit Russland nutzen, um gegen Antihomosexuellengesetz zu protestieren

Das Bundesland Hessen und mehrere hessische Städte unterhalten Beziehungen nach Russland. Dort ist ein Gesetzgebungsverfahren im Gange, das die „Propagierung“ von Homosexualität in der Öffentlichkeit verbieten soll. Dazu erklärt Marwin Merkel-Zurek, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Hessen:

Der Lesben- und Schwulenverband Hessen blickt mit großer Sorge nach Russland. Das geplante Anti-Homosexuellengesetz würde für Lesben und Schwule die Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit aushebeln. Davon betroffen wären auch Aufklärungsmaßnahmen und Information zur HIV-Prävention.

Hessen unterhält eine Partnerschaft mit dem russischen Gebiet Jaroslawl. Die Städte Bad Homburg, Bad Orb, Fulda, Kassel, Oberursel, Offenbach, Wächtersbach und Waldeck-Frankenberg sowie der Main-Kinzig-Kreis und der Schwalm-Eder-Kreis haben Städtepartnerschaften mit den Peterhof, Istra, Sergijew Possad, Jaroslawl, Lomonossow, Orjol, Troizk und den Rajons Rostow und Pereslawl. Der LSVD Hessen hat zusammen mit der Hirschfeld-Eddy-Stiftung und Quarteera Briefe an den Ministerpräsident Bouffier sowie den Oberbürgermeistern und Landräten Michael Korwisi, Helga Uhl, Gerhard Möller, Bertram Hilgen, Erich Pipa, Hans-Georg Brum, Horst Schneider, Frank-Martin Neupärtl, Rainer Krätschmar und Reinhard Kubat geschrieben. Darin fordern wir sie auf, ihren Einfluss im Rahmen dieser Landes- und Städtepartnerschaften zu nutzen, um gegen das homophobe Gesetzesvorhaben zu protestieren. Im direkten Dialog mit ihren russischen Partnerinnen und Partner müssen sie deutlich machen, dass dieses Gesetzesvorhaben gegen demokratische Werte verstößt

Die hessischen Politikerinnen und Politiker müssen darauf hinweisen, dass solch ein Gesetz die Beziehungen zu den Partnerstädten und-regionen erschweren und dem Ansehen von Russland insgesamt schaden. Sie sollen zeigen, dass die Menschenrechte von Lesben und Schwulen für sie integraler Bestandteil des kulturellen Austauschs sind, indem sie etwa russische Besucherinnen und Besucher mit Lesben und Schwulen aus Hessen zusammenbringen oder russische Lesben und Schwule aus ihren Partnerstädten und -regionen einladen.

Die Lesben und Schwulen in Russland brauchen unsere Unterstützung. Mit der Aktion Freundschaftskuss zeigen wir Solidarität und richten uns an Politik, Regierungen, Wirtschaft sowie die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.

Comments