BLOG‎ > ‎

Aktion Freundschaftskuss beginnt in Baden-Württemberg!

veröffentlicht um 11.04.2013, 01:44 von Regina Elsner
Pressemitteilung des LSVD Baden-Württemberg:

Baden-Württemberg und mehrere baden-württembergische Städte unterhalten Beziehungen nach Russland. Dort ist ein Gesetzgebungsverfahren im Gange, das die „Propagierung“ von Homosexualität in der Öffentlichkeit verbieten soll. Dazu erklärt Brigitte Aichele-Frölich, Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbands Baden-Württemberg:

Der Lesben- und Schwulenverband Baden-Württemberg blickt mit großer Sorge nach Russland. Das geplante Anti-Homosexuellengesetz würde für Lesben und Schwule die Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit aushebeln. Davon betroffen wären auch Aufklärungsmaßnahmen und Information zur HIV-Prävention.

Baden-Württemberg unterhält Partnerschaften mit dem russischen Gebiet Swerdlowsk sowie den Städten Jekaterinburg und St. Petersburg. Die Städte Denkendorf, Ettlingen, Karlsruhe, Kornwestheim, Neckarbischofsheim, Pforzheim, Stuttgart, Tübingen und Villingen-Schwennigen sowie der Rems-Murr-Kreis haben Städtepartnerschaften mit Krasnaja Presnja, Gatschina, Krasnodar, Kimry, Pereslawl-Salesski, Irkuttsk, Dimitrow, Samara, Petrosawodsk und Tula. Der LSVD Baden-Württemberg hat zusammen mit der Hirschfeld-Eddy-Stiftung und Quarteera Briefe an den Ministerpräsident Kretschmann sowie den Oberbürgermeistern und Landräten Peter Jahn, Johannes Arnold, Heinz Fenrich, Ursula Keck, Tanja Grether, Gert Hager, Johannes Fuchs, Fritz Kuhn, Boris Palmer und Dr. Rupert Kubon geschrieben. Darin fordern wir sie auf, ihren Einfluss im Rahmen dieser Landes- und Städtepartnerschaften zu nutzen, um gegen das homophobe Gesetzesvorhaben zu protestieren. Im direkten Dialog mit ihren russischen Partnerinnen und Partner müssen sie deutlich machen, dass dieses Gesetzesvorhaben gegen demokratische Werte verstößt

Die baden-württembergischen Politikerinnen und Politiker müssen darauf hinweisen, dass solch ein Gesetz die Beziehungen zu den Partnerstädten und -regionen erschweren und dem Ansehen von Russland insgesamt schaden. Sie sollen zeigen, dass die Menschenrechte von Lesben und Schwulen für sie integraler Bestandteil des kulturellen Austauschs sind, indem sie etwa russische Besucherinnen und Besucher mit Lesben und Schwulen aus Baden-Württemberg zusammenbringen oder russische Lesben und Schwule aus ihren Partnerstädten und -regionen einladen.

Die Lesben und Schwulen in Russland brauchen unsere Unterstützung. Mit der Aktion Freundschaftskuss zeigen wir Solidarität und richten uns an Politik, Regierungen, Wirtschaft sowie die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.

Comments